Vor ca. 16.000 bis 14.000 Jahren wurden Wölfe gezähmt, um sie als Nutztiere im Alltag einzusetzen. Im Laufe der Zeit und durch gezielte Züchtungen wurde das Aussehen der Tiere so verändert, dass wir heute mit ihnen spielen können. Doch ist dies auch im Sinne der Tiere? Heutzutage wird das Aussehen vieler Tiere so stark verändert und besondere Merkmale hervorgehoben, dass das Tier selbst dabei unter körperlichen Schäden leiden muss, das nennt man Qualzucht. Zum Beispiel werden bei vielen Fischen, die besonders für die Optik gezüchtet werden, die Flossen so vergrößert, dass der Fisch selbst nicht mehr die Last der Flossen tragen kann und beim schwimmen immer nach unten absackt. Auch Hunde und Katzen leiden unter Qualzuchten. Nacktkatzen z.B. sind sehr anfällig für Hautentzündungen und -infektionen. Das kommt von der UV-Strahlung, die direkt auf die ungeschützte Haut der Katze strahlt. Aber auch gängige Rassen wie die Bull Dogge leiden unter Qualzuchten. Die Schnauze der Dogge wurde so verkürzt, dass der Hund unter Atemnot leidet. Wieso sind solche Zuchten also nicht verboten?
Gesetzlich sind Qualzuchten in Deutschland verboten, aber durch zu unklarer Definition wird dies noch immer praktiziert, ohne dass mit Konsequenzen zu rechnen ist. Andererseits sind Haustiere für viele Menschen wichtig. Sie helfen ihnen in schwierigen Situationen zu Ruhe zu kommen. Sie teilen Freude, Schmerz und Glück mit dem Menschen und bauen ihn mental auf. Außerdem funktionieren manche Tiere z.B. als Blindenhunde oder werden zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. Viele Haustiere sind nicht aus dem Alltag wegzudenken. Eine Schattenseite ist auch, dass jedes allein Jahr in Deutschland 500.000 Tiere ausgesetzt werden. Vor allem in den Sommermonaten, mit rund 80.000 ausgesetzten Tieren, laufen die Tierheime über. Nicht nur ist dieses unverantwortliche und gesetzlich verbotenes Handeln schädlich für die ausgesetzten Tiere, sondern hat auch schwere Folgen für die heimischen Wildtiere. Hunde und Katzen z.B. machen notgedrungen Jagd auf heimische kleine Säugetiere, bedrohte Singvögel und Amphibien. 100 Millionen Vögel und 300 Millionen Säugetiere werden jährlich durch verwilderte Hauskatzen in Deutschland getötet, nach DJV-Hochrechnungen. Jedoch auch exotische ausgesetzte Tiere vertreiben heimische Arten. Befürworter der Haustierhaltung sind gleichzeitig Kritiker der Zootierhaltung. Was ist der Unterschied zwischen Haustierhaltung und Zootierhaltung? Wieso werden sie nicht gleichgesetzt? Haustiere werden extra dafür gezüchtet mit dem Menschen als Begleiter zu leben. Deshalb nehmen viele Menschen es als natürlich wahr im Umfeld von Haustieren zu sein. Zootiere dagegen wurden aus ihrer eigentlichen Heimat eingefangen und eingesperrt. Zwar dient das manchmal auch dem Artenerhalt, aber viele Kritiker argumentieren, dass die Tiere nie richtig ausgewildert werden können, da sie nicht genügend auf ihre spätere Lebensweise vorbereitet wurden. Jedoch sind alle Tiere Lebewesen, genau wie wir Menschen und sollten auch alle dasselbe Recht haben. Wenn zum Beispiel Schweine geschlachtet werden, zucken die Wenigsten auch nur mit der Wimper. Wenn dagegen ein Hund geschlachtet werden soll, würden viele den Gedanken nicht ertragen. Dass so zwischen zwei unterschiedlichen Tieren unterschieden wird, ist moralisch nicht nachvollziehbar und nicht gerechtfertigt. Schließlich sind beide Lebewesen und haben gleichermaßen ein Recht darauf zu leben. Ob es nun Tierquälerei ist ein Haustier zu halten oder nicht, ist jedem in gewissem Maße selbst überlassen. Natürlich sollten die Tiere artgerecht gehalten werden und nicht unter Qualen leben müssen. Es gibt Argumente dafür und dagegen.

